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Gaststättenrecht: Zum Einhalten zeitlicher Grenzen bei Außengastronomie

Das Verwaltungsgericht Köln (1 K 8202/16) konnte klarstellen, wann man konkret eine „Außengastronomie“ betreibt – und dass es dabei nicht darauf ankommt, ob man bedient oder nicht:

Soweit der Kläger dieses Geschehen nicht mehr als Außengastronomie betrachtet, etwa weil er auf der Fläche nicht mehr bedient haben will, geht dies fehl. Nach Ablauf der für die Außengastronomie zugelassenen Zeit – hier um 22:00 Uhr – muss die betreffende Fläche grundsätzlich ungenutzt sein. Insbesondere ist es nicht zulässig, Gäste nach 22:00 Uhr dort sitzen zu lassen, damit sie z.B. in Ruhe schon servierte Getränke und / oder Speisen konsumieren oder noch etwas verweilen können. Sinn und Zweck der zeitlichen Grenzen ist es, die umliegenden Anwohner entsprechend dem Schutzbedürfnis der Umgebung nur noch den zulässigen Belästigungen durch Lärm und andere Störungen auszusetzen. Dies bedeutet für die Zeit ab 22:00 Uhr in aller Regel die Einhaltung der Nachtruhe.

Gewerbeuntersagung wegen Lärm und Verstoss gegen Nichtraucherschutz

Das Oberverwaltungsgericht NRW (4 B 1049/16) macht deutlich, dass auch vermeintliche Bagatellen bei entsprechender Häufung zu einer Gewerbeuntersagung führen können. Massive Verstöße gegen den Lärmschutz und Nichtraucherschutz ermöglichen die Gewerbeunteragung – dann plötzlich alle Regeln einzuhalten hilft auch nicht mehr:

(…) es ist zutreffend davon ausgegangen, dass angesichts der Häufigkeit der Zuwiderhandlungen des Beigeladenen gegen Vorschriften zum Lärm- und Nichtraucherschutz sowie der von ihm insoweit gezeigten Uneinsichtigkeit die konkrete Gefahr besteht, dass es schon bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens zu weiteren erheblichen Verstöße kommt. Die gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der Bevölkerung vor den gesundheitlichen Gefahren des Passivrauchens dienen ebenso wie der gesetzliche Schutz der Nachbarschaft vor schädlichen Lärmeinwirkungen zur Nachtzeit der Gewährleistung wichtiger Gemeinschaftsgüter. Selbst wenn es in jüngerer Zeit zu keinen von dem Beigeladenen zu verantwortenden Gesetzesverstößen mehr gekommen sein mag, ist in Anbetracht seines in der Vergangenheit beharrlich ordnungswidrigen und uneinsichtigen Verhaltens von einer fortbestehenden Gefahr weiterer Verstöße auszugehen.

Gaststättenrecht: Zur Rechtmäßigkeit der Vorverlegung der Sperrzeit

Beim Verwaltungsgericht Köln (1 L 1255/16) ging es um die Rechtmäßigkeit der Vorverlegung der Sperrzeit. Dabei führt das Gericht sehr anschaulich aus, dass man nicht aus abstrakten und nicht belegten Erwägungen heraus eine Vorverlegung der Sperrzeit vornehmen kann. Vielmehr bedarf es konkreter Anknüpfungspunkte, die auch konkret belegt sein müssen. Wenn etwa Lärm als Begründung angeführt wird, dass muss nachvollziehbar sein, warum dies in diesem Umfeld ein erhöhtes Problem ist und es müssen entsprechende Lärmmessungen vorgenommen werden.
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