Gewerbeuntersagung wegen Lärm und Verstoss gegen Nichtraucherschutz

Das Oberverwaltungsgericht NRW (4 B 1049/16) macht deutlich, dass auch vermeintliche Bagatellen bei entsprechender Häufung zu einer Gewerbeuntersagung führen können. Massive Verstöße gegen den Lärmschutz und Nichtraucherschutz ermöglichen die Gewerbeunteragung – dann plötzlich alle Regeln einzuhalten hilft auch nicht mehr:

(…) es ist zutreffend davon ausgegangen, dass angesichts der Häufigkeit der Zuwiderhandlungen des Beigeladenen gegen Vorschriften zum Lärm- und Nichtraucherschutz sowie der von ihm insoweit gezeigten Uneinsichtigkeit die konkrete Gefahr besteht, dass es schon bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens zu weiteren erheblichen Verstöße kommt. Die gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der Bevölkerung vor den gesundheitlichen Gefahren des Passivrauchens dienen ebenso wie der gesetzliche Schutz der Nachbarschaft vor schädlichen Lärmeinwirkungen zur Nachtzeit der Gewährleistung wichtiger Gemeinschaftsgüter. Selbst wenn es in jüngerer Zeit zu keinen von dem Beigeladenen zu verantwortenden Gesetzesverstößen mehr gekommen sein mag, ist in Anbetracht seines in der Vergangenheit beharrlich ordnungswidrigen und uneinsichtigen Verhaltens von einer fortbestehenden Gefahr weiterer Verstöße auszugehen.